Freitag, 11. Januar 2008

Au revoir, mon coeur!

So, mein letzter Abend hier in Paris. Ich werde ihn gemütlich zuhause verbringen. Eigentlich wollte ich zum Abschluss noch einmal in den Louvre gehen, aber gestern war ich im Musée d’Orsay und bin anschließend entlang der Seine zu Châtelet spaziert, und der wie immer wunderschöne Anblick von Paris bei Nacht hätte mir fast das Herz gebrochen. Heute habe ich nach längerem hin und her beschlossen, mir diese Qual doch zu ersparen und werde mich einfach in der Wohnung einsperren, noch einen Film schauen und hoffen, dass ich bald einschlafe. Der Koffer ist schon gepackt, die Wohnung blitzblank geputzt – und morgen um 8 Uhr heißt es dann endgültig Abschied nehmen…

Damit bin ich nun auch mit meinem Blog am Ende angelangt und freue mich, dass ihr mich während meines Auslandssemesters in Paris so treu begleitet habt!

Au revoir, mon coeur! Schweren Herzens muss ich dich verlassen, aber viele unvergessliche Erinnerungen nehme ich mit nach Hause! Sie werden mich ein Leben lang erfreuen! Auf ein baldiges Wiedersehen!

Donnerstag, 10. Januar 2008

Langsam wird's ernst

Gestern bin ich noch gemütlich ein bisschen durch Paris spaziert, um die Stadt einfach als Ganzes zu genießen. Ich wollte mich nach den letzten Tagen auch nicht allzu sehr verausgaben - war also eine Art Probelauf..., der es aber dennoch in sich hatte. Immerhin war ich am Abend noch im Centre Pompidou, dem Museum für moderne Kunst von 1905 bis 1960.

Zur Erinnerung:



Das Ambiente war schon sehr angenehm - obwohl, das ist es im Museum nachts immer -, nur die Kunst an und für sich... ich weiß nicht. Ich kann leider einfach nicht so viel damit anfangen. Vielleicht sollte ich es einmal mit Fliegenpilzen oder anderen Drogen probieren, wie vermutlich die Künstler auch... Ich versteh es halt nicht. Aber mal was anderes, und wahrscheinlich wäre es in der Gruppe auch interessanter gewesen.





Das war eines der wenigen Bilder, das mir halbwegs zusagte. Es hing in einer Linie mit Kandinsky und Chagall - die kenne ich wenigstens. Und damit man mir nichts nachsagen kann: Es heißt La danse du pan-pan au "Monico" (Gino Severini) :-)


Was mich viel mehr beeindruckt hat, war die Aussicht: Ich glaube, ich stand dort eine halbe Stunde und habe einfach nur genossen. Ach, da wurde mir schon ein bisschen schwer ums Herz. Noch 2 Tage...

Mittwoch, 9. Januar 2008

Die letzte Woche bricht an - und ich zusammen...

Die Tage nach Thomas' Abreise waren eigentlich recht unspektakulär, aber nach unserem doch ziemlich ausgiebigen Programm war ein bisschen Nichtstun auch nicht schlecht. Am Freitag Abend machten wir bei Julia H. einen gemütlichen Filmabend inkl. "grande bouffe" (= großes Fressen...) und nach einem ruhigen Samstag waren wir bei Teresa auf ein Gläschen. Dabei ist es leider nicht geblieben - ich ging nämlich versehentlich mit den Mädels noch ein bisschen aus... Ich war dann eigentlich schon total müde und wäre in der Buddha-Bar fast sitzend eingeschlafen. Bis ich dann mit dem Nachtbus zuhause war, war es auch schon 4. Wäre ja kein Problem, nur war ich um 8 schon wieder wach und konnte nicht mehr einschlafen... Bravo!
Jedenfalls traf ich mich am späten Vormittag mit Teresa und wir spazierten vom Hôtel de Ville der Seine entlang bis zum Arc de Triomphe, was, wie alle Paris-Kenner wissen, eine beträchtliche Strecke ist.


Dann bestiegen wir den Triumphbogen, der jeden ersten Sonntag im Monat wie die Museen gratis ist. Viele Stufen in Form einer nicht enden wollenden Wendeltreppe... Und das in ein wenig angeschlagenem Zustand. Puh!



Aber die Aussicht zahlt sich, wie immer, aus:


Sacré-Coeur (N)


Champs-Élysées (O)

ohne Worte... (S)

La Défense mit der Grande Arche (W)


Der restliche Sonntag war für mich eigentlich so gut wie gelaufen. Ich fühlte mich nicht sonderlich ;-), wie ich aber später draufkommen sollte, lag das nicht nur an den eventuellen Nachwehen vom Vorabend. Am Abend hatte ich wahnsinnige Kopfschmerzen, und am nächsten Tag Husten und Schnupfen, wovon ich mich ja noch nicht aufhalten lasse. Ich erledigte noch ein paar administrative Angelegenheiten, kam meinen blog'schen Verpflichtungen nach und machte mich am Abend noch einmal auf zu Sacré-Coeur.


Am Dienstag war es dann ganz aus. Ich musste den ganzen Tag zuhause im Bett bleiben. Und das in meiner letzten Woche in Paris!!! Es war ja halb so schlimm, aber ich war einfach total erschlagen. Ein bisschen krank halt. Den Nachmittag verbrachte ich schlafend, denn am Abend hatte ich Teresa und die 2 Julias zu mir auf einen Amélie-Filmabend eingeladen. Bis dahin ging's dann schon wieder. Das wäre doch gelacht!

Die 2 mussten zum Rauchen ins Stiegenhaus...

Ich glaube aber, ihre Gesellschaft hat mir gut getan, heute geht es mir nämlich schon besser. Ich klinge zwar nicht so, aber ich spür's. Am Vormittag war ich schon auf der Bank, mein Nahrungsdefizit habe ich zu Mittag auch wieder ein bisschen wettgemacht und jetzt werde ich mich nochmal in die Stadt stürzen.

Die letzten Tage - da darf ich doch nicht schlappmachen...

Montag, 7. Januar 2008

Ein königlicher Abschluss

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Am Donnerstag hieß es schon früh aufstehen, denn Thomas und ich fuhren nach Versailles, und um dem Besucherstrom zuvor zu kommen, wollten wir nicht allzu spät dort sein. Um punkt 9 Uhr dort angekommen, fanden wir uns vor verschlossenen Gittern wieder: Wir dürften nicht vor 10 Uhr das Gelände betreten, weil Glatteis herrschte... Haha! Der Streuwagen müsse erst kommen. Bis wir dann endlich hinein durften, war es schon halb 11 und es hatte sich schon eine beträchtliche Menschenmenge angesammelt! Was für ein Organisationstalent! Gott sei Dank schneit es da nicht oft, wenn das jedes Mal so einen Aufwand darstellt...


Der berühmte Spiegelsaal! Pas mal!

Komisch, sieht aus wie im Louvre... (Ludwig XIV zog ja vom Louvre aus, weil es ihm in Paris nicht mehr gefiel und ließ Versailles bauen)


Und auf seine alten Tage ließ er auch noch eine kleine Kapelle errichten...

Wo geht's lang?



Am Abend stand dann etwas ganz Außergewöhnliches auf dem Programm: Thomas hat mir zu Weihnachten ein Abendessen über den Dächern von Paris geschenkt, genauer gesagt im 56. Stock des Tour Montparnasse. Dort befindet sich ein ganz feines Restaurant, in dem wir einen Gourmet-Abend mit Blick auf den beleuchteten Eiffelturm verbrachten. Einfach ein Traum!



Ein fabelhafter letzter gemeinsamer Abend in Paris! Vielen Dank!

(Nachts) Im Museum

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Den Neujahrstag gingen wir sehr gemütlich an: Nach einem ausgiebigen Frühstück zu den Klängen des Neujahrskonzertes (Internet machts möglich), trafen Thomas und ich uns mit Teresa und spazierten ein wenig durch Paris: die Kirche Madeleine, Montmartre - bis uns dann der Hunger überkam. Doch leider hatte unser Crêpe-Stammlokal geschlossen, und sie gingen wir nach einem kleinen Aperitif in ein kleines Restaurant essen.
Ich denke, das war ein guter Start ins Jahr 2008!

Am Mittwoch besuchten wir den Pantheon, einen griechischen Tempel, in dem wichtige französische Persönlichkeiten wie Voltaire, Rousseau und Victor Hugo begraben sind.

Dort befindet sich auch das Focault'sche Pendel, das die Drehung der Erde beweist


Abends waren wir dann im Louvre - und es fällt mir auf, dass ich euch die Fotos dieses tollen Museums noch vorenthalten habe. Voilà:


Man sieht: Der Louvre war in der Tat einmal ein Palast!

Freitag, 4. Januar 2008

Silvester in Paris

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Als Vorsilvesterprogramm beschlossen wir, uns die Conciergerie, den Justizpalast, und die dazugehörige Sainte Chapelle anzusehen. Von einem normalen Palast ausgehend wurde die Conciergerie in ein Gefängnis umfunktioniert, von dem aus die Sträflinge meist direkt unter die Guillotine kamen... Schon ein bisschen gruselig!


Dafür war die Sainte Chapelle umso schöner! Ein gotisches Prachtstück!



... mit einem Untergeschoss für das Fußvolk...



... und einem Obergeschoss für den König. Klar, Extrawurscht!






Schlange stehen können wir mittlerweile auch ganz gut. Immer diese Touristen...


Am Abend begaben wir uns zu Trocadéro, einer Anhöhe gegenüber vom Eiffelturm, von wo aus man eine tolle Aussicht hat. Es war ein recht milder Abend, trotzdem waren wir mit Tee ausgestattet. Und natürlich mit Champagner (in Frankreich ist Sekt = Champagner) und Gläsern!

Wir gingen zu Fuß von den Champs-Élysées entlang der Seine dorthin und ließen uns einfach vom Strom treiben.



Dann war es endlich soweit: 3, 2, 1...


Und? Nichts.


Dieses Jahr fand zu unser aller Enttäuschung kein Feuerwerk statt, weil es in den letzten Jahren oft zu Ausschreitungen gekommen ist. Tja, was soll man machen? Schade natürlich, aber die Stimmung war dennoch toll und trotz vieler Leute sehr entspannt.


Alle spazierten ganz gemütlich durch Paris, ohne Stress, ohne Hysterie, und riefen "Bonne Année". Auf den Champs-Élysées war das Flair ganz besonders toll: Die Straße war gesperrt und alle flanierten vom Arc de Triomphe hinunter zur Place de la Concorde. Wir natürlich auch!



Dann halt Silvester ohne Feuerwerk, aber dafür trotzdem in Paris: Bonne Année!