Freitag, 16. November 2007

Grève II: C’est la merde!

Es ist wieder einmal soweit: Streik in Frankreich! Aber dieses Mal streikt wirklich alles: Eisenbahn, Stadtverkehr in Paris, Studenten, Beamte – und sogar unser Abfluss in der Dusche… (Dieses Problem haben wir nach Einsatz von Abflussrohrreiniger und Manu’s Ausdauer mit der Saugglocke Gott sei Dank lösen können, bevor wir überschwemmt wurden – lustig war nämlich, dass nicht nur das Wasser nicht abfloss, sondern das Abwasser aus der Küche, der Waschmaschine und dem Waschbecken im Bad in der Dusche wieder an die Oberfläche kam…)

Hier Manu in Action




Jedenfalls begann der Streik im Transportwesen am Mittwoch, die Studenten in vielen Städten Frankreichs sind ja schon länger am Werk, was uns an der „Schule“ ja nicht betrifft.
Die wirklich sehr aufmerksamen Leser können sich vielleicht erinnern, dass ich am Mittwoch um 9:00 Französischkurs habe (für die, die das nicht mehr wissen: total egal). Und an diesem Mittwoch hätten Julia und ich Referat gehabt – wie ihr seht: hätten! Ihr ahnt vielleicht schon… Nachdem wir letzte Woche auf die Frage, ob denn der Kurs trotz Streik stattfindet, keine ordentliche Antwort bekamen (es ist ja nicht selbstverständlich, dass es das Lehrpersonal bei dieser Verkehrslage ans Institut schafft), hingen wir nun also ein wenig in der Luft (mein häufigstes Zitat in Bezug auf unsere Lehrerin: blede Funsn!). Hinzu kam noch, dass am Dienstag Abend eine Art Uniball stattfand. Es kursierten Gerüchte, dass Mittwoch Vormittag unterrichtsfrei sei, aber als verantwortungsvolle Studenten gingen wir der Sache nach und bekamen die Gerüchte bestätigt. Eigentlich wollten wir nur sichergehen, dass wir uns nicht eine Stunde zu Fuß an die Uni bemühen, um unser blödes Referat zu halten, und dann den Unterrichtsraum leer vorfinden. In diesem Falle aber: Happy End und freier Mittwoch!

Und was tat ich? Nein, diesmal keine Sightseeing-Tour. Überraschung: ich ging shoppen! Unglaublich, aber wahr! Muss ein guter Tag gewesen sein. Und ich bin Gott sei Dank auch fündig geworden und habe meine Garderobe ein wenig aufgestockt.



Da ich vorgestern eigentlich kein wirkliches Verkehrschaos entdecken konnte, war ich gestern doch ein wenig überrascht, was da in der Metro so alles los war. Katastrophe! Nur zur Info: Durchschnittlich ging eine U-Bahn von 5 – und man bedenke: In Paris gibt es viele Menschen! Und mit den Zügen in und um Paris und in ganz Frankreich ist es fast noch schlimmer. Jedenfalls entschied ich mich für die Nerven schonendere Variante und ging wieder einmal per pedes 1 Stunde zum Unterricht – der dieses Mal auch Gott sei Dank tatsächlich stattfand… Naja, dann hat sich der Fußmarsch wenigstens ausgezahlt.

Schönes Wetter hatten wir auch – ach, Paris ist halt immer wieder ein Foto wert!


Heute habe ich es gewagt und mich in die U-Bahn gequetscht. Es ging so - wer auf intensiven Körperkontakt steht... Mal schauen, wie sich das ganze weiterentwickelt. Solange ich am Dienstag halbwegs problemlos zum Flughafen komme... Drückt mir die Daumen!

Zur Info: Ab Dienstag Abend mache ich ja für knapp eine Woche (bis Montag in der Früh) „Urlaub“ zuhause (oder musikalische Berufsreise?). Das heißt natürlich auch Ferien für meinen Blog – den gibt es ja nur in Paris… Aber sollte jemand von euch Sehnsucht nach mir haben: Ich wäre dann auch telefonisch erreichbar! ;-) Freu mich schon!

Übrigens: Mittlerweile haben die winterlichen Temperaturen auch bei uns Einzug gehalten – freilich, Schnee gibt es hier keinen! Den genieße ich dann zuhause! Dann heißt es „warm anziehen“! Und wie ich gehört und gesehen habe, könnte ich mich bei meinem Kurzurlaub in der Heimat ja sogar schon auf die Brettln stürzen…

Also dann: Bis zum nächsten Mal!

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